20. Dezember

Maria, die weibliche Vermittlung zu Gott

Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.

Die Figur Maria bezeugt, dass es einen unauflösbaren Bund zwischen Gott und allen „von-einer-Frau-geborenen Menschen“ gibt. Diese weibliche und mütterliche Vermittlung zwischen uns und Gott hat die ganze Geschichte des Volkes Gottes bestimmt und soll immer wieder entdeckt werden: Es geht um eine konkrete Frau (und nicht um einen Mythos des kollektiven Unbewussten), die ohne Verlieblichung, Exhibitionismus und Unterwerfung, aber mit überraschender Schlichtheit und voller Würde ihre außerordentliche Aufgabe erfüllte.

Darüber hinaus war sie eine junge, unsichtbare Frau an der Peripherie der Welt, die im Christentum und im Islam durch die Epochen hindurch eine überragende Stellung bekommen hat. Wir müssen an die unendlichen unsichtbaren Frauen denken, die in den Zentren und an den Randorten unserer Gesellschaften glauben, leben, kämpfen, leiden und Kinder gebären: Maria erinnert uns an diese Frauen, sie wird hier zum Symbol für die unsichtbaren Frauen, die mit ihrem Handeln, Denken und Kämpfen jedes Mal einen neuen Beginn der Geschichte darstellen.

Was ist mir an Maria besonders wichtig?

Zwei Elemente sind es: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (Lk 2,19). An erster Stelle möchte ich bei Maria nicht die Dimension des Schweigens, sondern die Kraft des Bewahrens und des Nachdenkens betonen. Maria wird als eine Frau dargestellt, die über die Dinge nachgedacht hat und sich ihrer angenommen hat.

Marias Spiritualität besteht nicht darin, dass sie die Augen vor den Dingen und den Geschehnissen der alltäglichen Welt verschloss, sondern hier stehen wir vor einer „Mystik der offenen Augen“: Wir erfahren von ihr einen sensiblen und wachsamen Blick auf ihren Sohn und auf die konkreten Gegebenheiten des Alltäglichen, der jedoch nie ohne die Sorge und die Unruhe einer Mutter sind.

Das andere Element finde ich in der Erzählung von der Hochzeit in Kana. „Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). In beiden Fällen steht im Zentrum das tiefe Verhältnis zwischen Maria und Jesus. Auch für den Menschensohn wird also die kluge und wachsame Nähe seiner Mutter entscheidend gewesen sein.

Quelle: Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie in Graz.

Stellen Sie die Maria in die Krippe und überlegen Sie einen Moment, was ihnen die Geburt Jesu bedeutet.

O clavis David

O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel
– der du öffnest und niemand schließt;
du schließt, und niemand öffnet:
– komm und führe den Gefangenen aus dem Kerker,
den, der sitzt in Finsternis und Todesschatten.

Der Schlüssel und das Zepter sind traditionelle Symbole königlicher Macht und Autorität. Christus, der Gesalbte, ist der Erbe Davids und der Besitzer des Königreichs. Jesus selbst benutzte dieses Symbol und zeigte die prophetische Beziehung des irdischen Reiches Davids zum Reich Gottes. Alle Macht und Autorität wurde ihm nach der Auferstehung gegeben. Er befreit uns aus unserer Gefangenschaft. Wir erinnern uns an die Befreiung, die der Psalmist bereits verkündet hatte: „Sie wohnten in Dunkelheit und Finsternis, Knechte in Not und in Ketten, … und er führte sie aus der Finsternis heraus und brach ihre Fesseln auseinander“ (Psalm 107: 10,

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