6. Dezember

Gottes Wundertäter

In Myra hast du dich als Priester erwiesen,
ein Diener der göttlichen Dinge, oh Heiliger,
denn du hast das Evangelium Christi erfüllt, oh Heiliger.
Du hast dein Leben für dein Volk hingegeben
und rettetest die Unschuldigen vor dem Tod.
Du wurdest geheiligt denn du warst ein großartiger Verkünder der Gegenwart Gottes.

Kontakion des Heiligen Nikolaus

Jeder Heilige lebt sozusagen drei Leben. Das erste ist das wirkliche Leben, das er oder sie in einer bestimmten historischen Zeit auf der Erde führte. Manchmal wissen wir viel über dieses Leben und manchmal wissen wir sehr wenig.

Das zweite Leben des Heiligen ist seine Hagiographie(Erforschung und Beschreibung von Heiligenleben). Es ist gut, wenn Leute, die ihn kannten und die wahren Details seines Lebens in dieser Hagiographie erzählen konnten, dies schrieben. Sehr oft wird jedoch ein Leben viele Jahrhunderte später niedergeschrieben, und dann gleicht es eher einer Ikone. Sehr oft besteht das Leben aus bestimmten Geschichten, die mehreren Heiligen gemeinsam sind, die von einem Leben in ein anderes wandern. Daher sollte man diese Leben nicht als absolut verlässliche historische Quellen behandeln. Ebenso betrachten wir eine Ikone nicht als menschliches Porträt. Eine Ikone ist vielmehr ein bestimmtes geistliches, symbolisches Bild von dieser Person.

Das dritte Leben eines Heiligen ist sein Leben, wie es die Menschen erlebt haben, die ihn im Laufe der Jahrhunderte im Gebet ansprechen. Dies ist ein sehr reales Leben des Heiligen, das wir durch unsere Erfahrung fühlen können.

Zum Schluss ein Gedicht:

Es rauscht der Wind im Winterwalde durch die kühle graue Flur
und ein Jeder hofft, – schon balde find er St. Niklolauses Spur.
Ach, wann wird er endlich kommen, dieser heiß ersehnte Gast?
Kinder blicken teils benommen von Baum zu Baum, von Ast zu Ast.
In den Blicken heißes Sehnen, Fragen, was wird dann geschehn?
Und mancher tut schon mal erwähnen, “Ich hab St. Nikolaus gesehn”.
Langsam neigt der Tag sich nieder, Die Winternacht, sie steigt herauf,
als ein leises Raunen wieder, stoppt der Kinder frommen Lauf.
Da aus dunstigem Gefilde steigt wie eine Nebelnacht,
ein stilles schattiges Gebilde, und die Dämmerung ist erwacht.
Kinderblicke werden helle die Gesichter sind verzückt,
als Nikolaus an der Tagesschwelle, tritt in ihren Sehnsuchtsblick.
Du guter alter Nikolaus, du Freund der Kinder nah und fern,
leer Deinen Sack heut bei uns aus, wir alle haben dich so gern.
unbekannter Verfasser

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