8. Dezember

Jesus und Maria

Maria durch ein Dornwald ging, Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahr´n kein Laub getragen.
Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen, Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

(Volksweise aus Eichsfeld, 19. Jahrhundert)

Während wir uns auf das bevorstehende Fest vorbereiten, können wir es kaum erwarten, einige unserer Lieblingsadvents- und Weihnachtslieder wieder zu hören. Viele von ihnen konzentrieren sich auf das gewickelte Baby oder die Reise zur Krippe, aber in diesem Stück geht es um die Reise Mariens zu ihrer Cousine Elizabeth.

Obwohl es nicht direkt aus der Bibel stammt, ist es eine reizvolle Vorstellung und auch eine Art Metapher, dass diese begnadetste aller Frauen einen so beschwertlichen Weg auf sich nimmt. Wie das Lukasevangelium in 1:39 sagt, besuchte Maria Elisabeth kurz nachdem ihr ein Engel erschien, der ihr ihre jungfräuliche Schwangerschaft verkündete.

„Maria durch ein Dornwald ging“ würde während ihrer Reise im Raum zwischen Lukas 1:39 und 1:40 stattfinden. Denken Sie daran, Maria lebte in Nazareth, während Elizabeth im Hügelland von Juda lebte (es ist nicht klar, welche Stadt genau). Sogar die nächstgelegene Stadt, Hebron, südlich von Jerusalem, wäre ungefähr 81 Meilen Luftlinie entfernt gewesen, was auf der Straße wohl eher 120 Meilen bedeutet hätte. Diese Reise hätte somit mindestens einen Monat dauern können.

Der Text spricht von einem Dornwald, der seit 7 Jahren tot war und wieder zum Leben erwachte, als Maria vorbeiging und Jesus unter ihrem Herzen trug. Der „Dornenwald“ bezieht sich somit auf eine Welt unter dem lange währenden Fluch der Sünde (siehe Genesis 3:18). Jesus, obwohl noch im Leib seiner Mutter, beginnt sein Erlösungswerk, das Früchte selbst an Orten tiefster Finsternis zu tragen vermag.

Heute feiert die Katholische Kirche das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Sollten Sie diesem Dogma unwissend, gleichgültig oder skeptisch oder überhaupt ablehnend gegenüberstehen, könnte der Deutungsversuch der Theologin Martha Heizer etwas für Sie sein. Sie finden ihn hier.

 

Zum Schluss:

Wenn Sie es bis hierhin noch nicht getan haben. Einmal kräftig singen, bitte. Gerne auch laut, die Nachbarn sollen ja auch was davon haben.

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